Seagate Technology - Wohin geht die Reise?

28.07.2017 | Artikel über Seagate Technology (IE00B58JVZ52) von Ray123

Zusammenfassung

  • Einer der führenden Hersteller im Bereich interne und externe Speicherlösungen
  • Schlechtes Fiskaljahr 2017 - maue Zukunftsaussichten
  • Viele betriebsinterne Probleme verhindern eine schnelle Verbesserung

Einschätzung

Aktie verkaufen als kurzfristige Idee

Seagate Technology LLC ist einer der führenden Hersteller von Festplatten und hat seinen Geschäftssitz in der irischen Hauptstadt Dublin, die operative Hauptzentrale befindet sich in Cupertino, Kalifornien (USA). Das Unternehmen bietet interne und externe Speicherlösungen für Notebooks sowie Desktopcomputer. Der Schwerpunkt des Konzerns liegt jedoch in der Entwicklung und dem Vertrieb von Speichermedien für Unternehmen, die branchenunabhängig einsetzbar sein sollen.

Wirft man einen Blick zurück in die Geschichte der industriellen Festplatten-Produktion, so begann diese im Jahr 1956. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben sich 221 Firmen in der Herstellung von Festplatten versucht (Festplatten-Komponenten-Hersteller sind hierbei nicht mit inbegriffen), von diesen sind nur noch Seagate, Toshiba und Western Digital verblieben. Der Rest hat nicht überlebt, den Geschäftsbereich aufgegeben oder wurde von Mitbewerbern einfach aufgekauft.

Eine kleine Besonderheit ist zudem, dass Seagate das erste US-Unternehmen war, welches seine Festplatten im Ausland (Singapur, später auch China, Korea, Thailand und Malaysia) produzieren ließ und so auch dank der Kostenreduzierung den Kauf der Speicherplatten für private Endanwender erschwinglich machte. Innovative Techniken ließen Seagate einst sogar zum Spitzenreiter der Branche aufsteigen.

QUARTALSZAHLEN UNTER DEN ERWARTUNGEN

Doch man hat sich schlichtweg zulange auf diese ruhmreiche Vergangenheit ausgeruht. Die Bekanntgabe der jüngsten Zahlen für das abschließende Quartal des Fiskaljahres 2017 waren alles andere als rosig und lagen teilweise recht deutlich unter den Erwartungen der Analysten. So erzielte der Konzern einen Umsatz von 2,4 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn lag bei 114 Mio. US-Dollar. Im Fiskaljahr 2017 betrug der Umsatz 10,8 Mrd. US-Dollar, bei einem Nettogewinn von 772 Mio. US-Dollar. Seit Beginn des Kalenderjahres verliert der Aktienkurs und steht nunmehr rund 14% tiefer (Quelle: Bloomberg).

WAS SIND DIE PROBLEME?

Zum einen ist die Branche seit Jahren hart umkämpft. Insbesondere Western Digital kann sich bislang sowohl bei Umsatz als auch bei Absatz und Gewinn vor Seagate behaupten. Allein die Absatzzahlen der HDD-Festplatten sanken deutlich. Obwohl Seagate inzwischen bis zu 10 Terabyte große Speicherplatten im Portfolio besitzt konnte die Anzahl der ausgelieferten Produkte nicht gesteigert werden. Auch an der Auslastung der Kapazitätsmenge mangelt es. Auch hier hat Western Digital weiterhin die Nase vorne.

Zudem gab und gibt es immer wieder Probleme mit der zugesagten Haltbarkeit der Festplatten, zuletzt ist dies bei den Modellen Barracuda 3TB und Backup Plus 3TB (also um eine interne und eine externe Festplatte mit jeweils drei Terabyte Speicherplatz) der Fall gewesen. Diese sollen in einer alarmierenden Menge bereits lange vor dem Ablauf der zugesagten Haltbarkeits-Fristen einfach funktionsuntüchtig werden. Hier sollte schleunigst für Besserung gesorgt werden, ansonsten wird das daraus resultierende negative Image weitere wirtschaftliche (und juristische) Folgeschäden anrichten.

Kurzum: Zur Zeit läuft es einfach nicht ganz rund. Schlechte Produktqualität, eine enorm hohe Verschuldungsquote, die Bilanzsumme schrumpft und die Eigenkapitalquote ebenso.

Dabei ist Seagate durchaus gut aufgestellt und hat durch Firmenübernahmen wie zum Beispiel die Festplattensparte von Samsung Electronics im April 2011 und den französischen Festplatten-Hersteller LaCie im Frühjahr 2012 auch unternehmerische Weitsicht bewiesen. Nur muss es bald gelingen die getätigten Investitionen zielführend bei der Ausweitung der Kapazitäten und der Erschließung neuer Marktsegmente einzusetzen, will man gegenüber der Konkurrenz nicht noch mehr Boden verlieren.

PLUSPUNKT IST DIE ATTRAKTIVE DIVIDENDE 

Positiv muss man die seit 2011 gestartete Dividenden-Politik des Festplattenherstellers hervorheben. So gab man auf der letzten Konferenzsitzung bekannt, dass man 63 US-Cents Quartals-Dividende an die Aktionäre ausschütten will. Die Auszahlung erfolgt am 4. Oktober 2017 (Record-Date: 20.09.2017). Auf das Jahr hochgerechnet schüttet Seagate damit 2,52 US-Dollar an die Aktionäre aus. Dies entspricht einer aktuellen Dividendenrendite von mehr als 7,5 Prozent beim derzeitigen Börsenkurs (Stand: 27. Juli 2017). Damit bleibt die Aktie als Langfrist-Investment sicherlich attraktiver als so manches Sparbuch oder festverzinsliche Wertpapier. Aber der geneigte Investor sollte sich natürlich fragen, ob das Unternehmen auch künftig gute Chancen hat, hohe Gewinne zu erzielen und weiter ansteigende Dividenden auszuschütten?

FAZIT

Es bedarf einer neuen Strategie, will man nicht hinter den beiden anderen großen Konkurrenten Western Digital und Toshiba fallen. Doch dies bedarf eben nicht nur neue und bessere Produkte. Ein Masterplan ist zumindest kurzfristig nicht in Sicht. Der Druck auf den Aktienkurs dürfte damit wohl weiterhin fortbestehen. Sollte es dem Unternehmen gelingen in neue Marktbereiche vorzustoßen und sich dort als Weltmarktführer behaupten und können zudem die internen Probleme beseitigt werden, winken sicherlich auch wieder bessere Zahlen - und damit verbunden höhere Kurse an der Börsentafel.

Offenlegung von eigenen Positionen

Ich halte keine Position (direkt oder über Derivate) in der in dem Artikel behandelten Aktie.

Offenlegung von Geschäftsbeziehungen

Ich habe diesen Artikel selbst geschrieben und meine eigene Meinung wiedergegeben. Ich erhalte keine Vergütung für diesen Artikel (außer ggf. von Spekunauten). Ich habe keine Geschäftsbeziehungen mit einem der im Artikel genannten Unternehmen.

Kein Spekunaut hat diese Aktie im Portfolio

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    Kommentare (1)

  • Ray123 vor 20 Tagen

    Nach wie vor bleibt der Kurs unter Druck und konnte noch immer nicht die Verluste der letzten Tage wett machen . Die nächsten Geschäftszahlen werden übrigens für den 4. Oktober 2017 erwartet.