Vielversprechender Explorationsspezialist

10.06.2017 | Artikel über Premier Gold Mines (CA74051D1042) von G. Goldherz

Zusammenfassung

  • Ein Junior-Miner, der mit zu den günstigsten Förderern von Gold und Silber überhaupt zählt: Eine solide Goldproduktion zwischen 125-135 koz für 2017 mit attraktiven AISC-Förderkosten zwischen 660-690 US$ pro Unze.
  • Zwei Projekte: South Arturo in Nevada (JV mit Barrick Gold) und Mercedes in Mexiko (eigene Mine) befinden sich in Produktion.
  • Durch geschickte Joint-Venture Deals und eine Vorauszahlung von Centerra sowie niedrige Schulden und hohe Goldlagerbestände wuchs der Netto-Liquiditätsbestand auf 100 Mio. CA$.
  • Der größte Hebel für die Aktie und auf den Goldpreis resultiert aus dem 50% Anteil am Hardrock Projekt (Trans-Canada), das man mit Centerra entwickelt.

Einschätzung

Aktie kaufen als langfristige Idee

Dies ist ein Gastbeitrag von Goldherz Report: www.goldherzreport.de
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Unter den Gold-Junior-Produzenten ist Premier Gold
ein König der Eigenentwicklung und Exploration

Premier Gold hat sich seit knapp einem Jahrzehnt auf die Entwicklung goldreicher Gebiete in Nordamerika fokussiert.

Die zwei produzierenden Minen (South-Arturo und Mercedes) sorgen für positive Cash-Flows und einen stabilen Aktienwert, der selbst bei niedrigen Goldpreisen (1.200 US$) bei 2-3 CA$ angesiedelt sein sollte.

Fantasie erhält der Anleger von weiteren fortgeschrittenen Explorationsprojekten. So kontrolliert man große Gebiete im Red-Lake Distrikt, der vor allem von Goldcorp entwickelt wird, die auch Partner von mehreren ehemaligen Premier Gold Projekten waren und weiterhin aktiv sind.

Von Newmont Mining übernahm Premier 2012 das McCoy Cove-Projekt, das mittlerweile 1,5 Mio. Unzen beherbergt.

Das Hardrock Projekt (Trans-Canada Distrikt), das im 50/50 Joint-Venture mit Centerra entwickelt wird, weist eine Mineralisierung bis in große Tiefen auf und könnte entweder als reine Tagebaumine oder mit dem Untertageabbau kombiniert werden. Verschiedene Machbarkeitsanalysen bestätigen eine positive  Wirtschaftlichkeit, die sich je nach Kapitalaufwand bis zu einem Goldpreis von 1.000 US$/Unze rechnet und bei 1.500 US$ wahre Traumzahlen hervorbringt. Dieses ist der Schlüssel für die zukünftige Kursentwicklung und sorgt für einen attraktiven Hebel. 

Premier Gold Produktionseinschätzung

Mercedes Mine in Mexiko

Produktionsprojekt: Mercedes Mine in Sonora Mexiko

Die Reserven und Ressourcen (400.000 Goldunzen + 3 Moz. Silber) stammen noch aus dem Jahr 2015. Ein Blick auf das jüngste Bohrprogramm und der Bohrplan für 2017 lässt vermuten, dass die nächste Reserven-/Ressourcensteigerung kurz bevorsteht.

  • 2016 wurden 27.000m gebohrt.
  • 2017 sind 23.000m Bohrungen vorgesehen.

Selbst mit den vorhandenen Ressourcen lässt sich bei erwarteten 840 US$ (AISC) Förderkosten ein Minenbetrieb für die nächsten knapp 10 Jahre sicherstellen.

Am genauesten ist meine Schätzung für den Wert der Mercedes Mine, welche anhand der vorhandenen Reserven und relativ sicheren Ressourcen noch gute 10-12 Jahre in Produktion bleiben dürfte und deren Wert mit 275 Mio. CA$ oder 1.36 CA$ pro Aktie angesetzt werden könnte.

Produktion: South Arturu Nevada

Es handelt sich um ein „Carlin Vorkommen“. Eine Spezialität von Barrick Gold, die 60% an der South Arturo Mine halten. Damit gehört das Projekt im Grunde genommen zu den Kernaktivitäten von Barricks „Goldstrike“ Komplex. Goldstrike produzierte historisch über 40 Mio. Goldunzen und gehört damit zu den größten Goldvorkommen weltweit. Durch die vorhandene Infrastruktur – die Verarbeitungsanlage von Barrick ist nur 5 km entfernt – sind die Produktionskosten einzelner Vorkommen, sei es Unter- oder Übertage, extrem günstig.

Die Förderkosten (AISC) lagen seit dem Neustart der Mine im August 2016 bei lediglich 295 US$. Ein weltweiter Spitzenwert!

Für die Übernahme des Anteils an South Arturo, den vorher Goldcorp hielt, zahlte Premier Gold im Bärenmarkt 2015 nur 25 Mio. US$. Rückblickend betrachtet war dieser Preis praktisch geschenkt, denn die Mine brachte wenige Monate nach dem Neustart einen Goldzufluss von >20.000 Unzen und einen Lagerbestand von >20 Mio. US$ ein. Dieses Gold hat man auch noch nicht verkauft, sondern hält es als „Anlagegut“ in der Bilanz. Es ist eine sehr vorausschauende Strategie, zum aktuellen Zeitpunkt kein Gold zu verkaufen. Zumal das Unternehmen ohnehin reichlich Barbestände und nur wenig Schulden besitzt.

Explorations- und Entwicklungspotenzial

Ein Joint Venture mit Centerra Gold (50/50) für das Greenstone „Hardrock“ Projekt in Ontario – Pressemeldung zur Machbarkeitsstudie –  ist das Zünglein an der Waage.

Aktuell wird der Wert dieses Projektes vom Markt nur unzureichend gewürdigt, weil es sich bei einem Goldpreis von 1.200 US$ nicht so gut rechnet. Das Entwicklungsprojekt wird 1 Mrd. US$ Investitionskosten verschlingen, die je zur Hälfte von Premier Gold und Centerra aufgebracht werden müssten. Das kann sich zum aktuellen Goldpreis von 1.250 US$ gerade noch lohnen, wenn auch wirklich nichts schief geht. Da es das bei Minen meistens tut, wäre eine Investitionsentscheidung zum Bau der Mine jetzt wohl noch zu früh. Jedenfalls aus Sicht der Analysten.

Bis zum potenziellen Produktionsstart – frühestens 2020/21 – ist ein Goldpreis von >1.400 US$ dennoch wahrscheinlich und die aktuellen Unsicherheitsfaktoren sollten weniger ins Gewicht fallen. Aber wir müssen die aktuelle Zurückhaltung des Marktes natürlich mit in unsere Bewertung einbeziehen.

Es ist so, dass sich das Projekt aktuell an der Grenze zur Rentabilität befindet. Positiv wirken sich die hohen Reserven und die fertige Machbarkeitsstudie aus. Es ist ein Projekt, das sozusagen „schubladenfertig“ dasteht und sich ab einem Goldpreis von >1.400 US$ auf jeden Fall sehr gut rechnet.

Premier Gold hat mit Centerra auch einen sehr guten Vertrag geschlossen.

Dieser besagt, dass Centerra für seinen 50% Anteil allein rund 300 Mio. CA$ in die Entwicklung einbringen muss. Davon wurden bereits 115 Mio. CA$ in bar an Premier Gold bezahlt. In Zukunft müssen insgesamt weitere 185 Mio. CA$ an Investitionen gestemmt werden, wovon bisher 92,5 Mio. CA$ in die Exploration und Erstellung der Machbarkeitsstudie geflossen sind.

Das heißt: Unter dem Strich rechnet sich das Projekt für Premier Gold deutlich besser, als für Centerra.

Optionalität ist der Schlüssel für die Kursentwicklung

Eine Entscheidung zum Bau der Mine bei einem aktuellen IRR auf Projektebene von ca. 15%, bei 1.200 US$ Goldpreis, wäre zu knapp. Ab einem Goldpreis von 1.400-1.500 US$ wäre die Sicherheitsmarge aber groß genug, so dass man dann rund 1 Mrd. Nettowert für das Projekt annehmen könnte.

Das bedeutet, es kämen bei Premier Gold mit seinem 50% Anteil noch mehr als die gesamte aktuelle Marktkapitalisierung dazu, wenn der Goldpreis nur gut 20% steigt.

Das macht die Aktie für mich so „sexy“.

Hierbei sprechen Experten von „Optionalität“. Dabei meinen sie in der Regel die Ressourcen eines Goldkonzerns, die bei höheren Goldpreisen förderbar sind.

In dem Fall ist es aber ein fertig exploriertes, voll durchgerechnetes und auch zum jetzigen Goldpreis schon profitables Projekt, das in absehbarer Zukunft nur besser werden kann. Es ist also nicht nur eine vage Zukunftsfantasie, sondern schon deutlich konkreter.

Für mich sieht es so aus, dass dieses Projekt erst einmal für ein oder zwei Jahre eingemottet wird, bis ein höherer Goldpreis den Baubeginn rechtfertigt. Übrigens gibt es bei so einem Projekt, einfach aufgrund der Unzenzahl auch noch bei deutlich tieferem Goldpreisen von 1.250 US$ Möglichkeiten einer gewinnbringenden Verwertung. Frühere PEAs, die nur den Tagebau betrachteten kamen bei verkürzter Lebensdauer mit kleinerem Kapitalaufwand aus.

Starker Liquiditätsbestand

Dazu kommt der hohe Bargeld- und Goldlagerbestand. Allein im 4. Quartal 2016 erreichte das Unternehmen einen positiven Cash-Flow von +73 Mio. CA$.

Die Finanzzahlen zum 1. Quartal 2017 werden am 11. Mai veröffentlicht. Die Produktionsdaten wurden am 18. April veröffentlicht und lagen bei 51.000 Unzen Gold  sowie 88.000 Unzen Silber.

Besonders die starke Performance von South-Arturo sorgt immer wieder für Überraschungen. Diese Mine ist wie ein großes Überraschungsei. Das macht eine Bewertung schwierig. Sobald hier detailliertere Zahlen vorliegen könnte ich mir vorstellen, dass ich noch eine wesentlich höhere Bewertungsmöglichkeit für dieses Projekt erhalte.

Fazit

Mir gefällt Premier Gold gut, weil das Unternehmen in Vergangenheit alle Projektarbeiten selbst durchgeführt hat und darum einer der wenigen Produzenten im Goldsektor ist, der die Exploration im Griff hat. Vereinfacht könnte man sagen, dass viele Junior-Goldminen einen Haufen Kapital aufnehmen, sich ein paar Minen kaufen und dann hoffen, dass es funktioniert. Das kann funktionieren, sehr oft geht es jedoch schief. Es fehlt die Expertise, die Premier Gold besitzt.

Als großartiger Beweis für die erfolgreiche Strategie kann die Entwicklung der letzten Jahre gelten. So gelang es dem Management, trotz des Bärenmarktes 2012-2015, einen Liquiditätsbestand von rund 100 Mio. CA$ zu generieren und eine profitable Produktion aufzubauen. 

Der zukünftige Wert der Projekte erschließt sich einem Geologen wohl leichter als einem Finanzexperten. Darum steht die Aktie bisher noch nicht im Fokus der Anleger, wenngleich das Überraschungspotenzial für deutlich höhere Kurse mit Sicherheit gegeben ist, wobei die Risiken relativ gering sind.

Offenlegung von eigenen Positionen

Ich halte keine Position (direkt oder über Derivate) in der in dem Artikel behandelten Aktie.

Offenlegung von Geschäftsbeziehungen

Ich habe diesen Artikel selbst geschrieben und meine eigene Meinung wiedergegeben. Ich erhalte keine Vergütung für diesen Artikel (außer ggf. von Spekunauten). Ich habe keine Geschäftsbeziehungen mit einem der im Artikel genannten Unternehmen.

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